Ausrüstung für den Jagdhund auf der Drückjagd
Ein gut trainierter Hund ist die halbe Miete. Die andere Hälfte entscheidet sich an dem, was der Hundeführer im Rucksack hat, wenn's drauf ankommt. Wer seinen Hund fit in die Saison schickt, aber ohne Erste-Hilfe-Set oder Wasser losgeht, hat nur die halbe Vorbereitung erledigt.
Sicherheit zuerst
Die Schutzweste ist Pflicht, kein Kür-Thema. Bei Kontakt mit einer Sau entscheidet sie darüber, ob der Schwarzkittel den Hund verletzt oder nicht — schnitt- und stichfest muss sie sein, richtig ausgemessen am Brustumfang, nicht zu eng, nicht zu weit. Genauso wichtig: die Signalfarbe. Ein Hund, der im Unterwuchs auftaucht, muss vom Schützen auf den ersten Blick als Hund erkennbar sein, nicht als Wild — Signalorange oder ein vergleichbar auffälliges Warnsignal auf der Weste schafft genau diesen Sekundenbruchteil an Klarheit, der einen Fehlschuss verhindert.
Dazu gehört ein GPS-Tracker. Der Hund wird vor dem Einstand, der Dickung, geschnallt und arbeitet dann selbständig — seine wertvollsten Dienste leistet ein GPS-Tracker genau dann, wenn der Hund sich verletzt hat und dringend Hilfe braucht: Ohne Ortung bleibt in dichter Dickung oft nur das Suchen auf gut Glück, mit GPS führt der direkte Weg zum Hund.
Die Grundausstattung
Viel braucht es hier gar nicht mehr, wenn Weste und GPS-Tracker schon am Hund sitzen: Ein klassisches Halsband ist überflüssig, sobald der Tracker seine Funktion übernimmt, und ein zusätzliches Geschirr erübrigt sich, da die Schutzweste ohnehin am Körper sitzt. Bleibt eigentlich nur die Hundepfeife für die Kommunikation auf Distanz. Wasser und eine faltbare Trinkschüssel muss der Hund nicht selbst tragen — die passen ohne Probleme in die Jacke des Hundeführers.
Erste Hilfe: das unterschätzte Fach im Rucksack
Verletzungen durch Drahtzäune, Dornen oder direkten Wildkontakt sind auf der Drückjagd keine Seltenheit. Ein gutes Erste-Hilfe-Set für Jagdhunde enthält Verbandsmaterial, Mullbinden, Desinfektionsmittel, Zeckenzange, Rettungsdecke, Pfotenschutz und einen Notfallplan mit Tierarzt-Kontaktdaten. Eine Rettungsdecke wiegt nichts und gehört trotzdem in jeden Rucksack — im Ernstfall zählt jede Minute. Der Notfallplan sollte griffbereit sein, nicht erst im Kopf zusammengesucht werden, wenn's brennt.
Wasser und Futter — während und nach dem Treiben
Bei langandauernder Belastung, langen Treiben oder zwei Treiben am selben Tag wird empfohlen, kleine Zwischenmahlzeiten zu verabreichen. Notwendig ist das aufgrund der ausgeprägten Fähigkeit von Hunden, Fettsäuren als Energiequelle zu mobilisieren, nicht bei jedem Hund — Ausnahme sind Hunde, die nach intensiver Arbeit zu einem Abfall des Blutzuckers neigen. Hier kann eine glukosereiche Zwischenmahlzeit sinnvoll sein. Unter Hundeführern hat sich dafür der Griff zu Traubenzucker oder speziellen Energie-Snacks etabliert, etwa Frischfleisch-Snacks, die als schnelle Energiezufuhr für arbeitende Hunde während der Jagd konzipiert sind und durch das handliche Format in jede Tasche passen — Hubertus Gold Jagd Energy ist ein bekanntes Beispiel dafür.
Energie-Zwischenmahlzeit für die Drückjagdpause
Für einen mittelgroßen Jagdhund, als kleine Portion zwischen zwei Treiben oder direkt nach der Jagd — kein Ersatz für die Hauptmahlzeit.
- 3–4 EL Haferflocken
- 150–200 ml selbst gekochte, ungewürzte Fleischbrühe (kein Fertigwürfel), handwarm
- ein paar Scheiben Banane (max. ein Viertel einer mittelgroßen Banane)
- 1 TL Lachs- oder Leinöl
Die Haferflocken in der warmen Brühe kurz quellen lassen, Banane und Öl untermischen, vor dem Füttern abkühlen lassen. Kein Salz, keine Gewürze, keine Zwiebeln — Fertigbrühwürfel enthalten fast immer Zwiebel- oder Knoblauchpulver, beides für Hunde ungeeignet.
Wir setzen diese Mischung in der Gruppe selbst gerne ein, gerade weil mancher Hund auf der Drückjagd kaum von selbst trinkt — über die Brühe kommt in der Pause trotzdem Flüssigkeit rein, ohne dass er extra am Napf stehen muss.
Hinweis: Größere Mahlzeiten kurz vor intensiver Anstrengung erhöhen bei tiefbrüstigen Rassen das Risiko einer Magendrehung — die Zwischenmahlzeit gehört in die Pause oder ans Ende des Jagdtages, nicht unmittelbar davor.
Nach dem Treiben sieht die Sache anders aus: Wasser sollte immer verfügbar sein, gerade an warmen Tagen oder nach langen Strecken. Und zur Regeneration zwischen zwei Jagdtagen — bei mehrtägigen Einsätzen keine Seltenheit — kann eine proteinreiche Zwischenmahlzeit oder ein Energieriegel entscheidend dafür sein, ob der Hund am nächsten Morgen wieder einsatzbereit ist.
Nach dem Treiben
Nach der Jagd braucht der Hund vor allem eines: Ruhe. Trocken liegen, warm eingepackt — das schont die Knochen und hilft ihm, sich schnell zu erholen. Ein Handtuch fürs Auto, eine Decke für den Transport, bei kaltem Wetter womöglich eine wärmende Weste für die Fahrt nach Hause — kleine Dinge, die selten in der Packliste stehen, aber genau das leisten.
Fragen zur richtigen Ausrüstung für deinen Hund oder zum Einsatz in unserer Gruppe? Wir tauschen uns gerne aus.
Kontakt aufnehmenQuellen
- Jagdjünger: „Drückjagd-Ausrüstung für Schützen, Hundeführer, Treiber" — jagdjuenger.de
- all4shooters: „Schutz von Jagdhunden: Ortungsgeräte und Schutzwesten" — all4shooters.com
- LivingActive Magazin: „Drückjagd mit Jagdhund – die perfekte Ausrüstung" — livingactive.de
- Deutscher Jagdblog: „Ausrüstung für den Jagdhund" — deutscher-jagdblog.de
- WILD UND HUND: „Die Ernährung des Jagdhundes" — wildundhund.de
- Hubertus Gold: „Jagd Energy Frischfleisch-Snack" — hubertusgold.de
- Marhel Hunting: „Erste-Hilfe-Set für Hunde" — marhelhunting.com (unser Partner)
- VETALO: „Dürfen Hunde Haferflocken essen?" — vetalo.de
- Ofrieda: „Hunde Schonkost – Schnelle Hilfe und 7 Rezepte" — ofrieda.de
- LuckyChef: „Dürfen Hunde Käse oder Joghurt essen?" — luckychef.com